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Vergabe soll transparenter werden

02. Dez 2011
Vergabe soll transparenter werden

"Eine Reform des Vergaberechts und der öffentlichen Auftragsvergabepraxis ist überfällig", so Angelika Sery-Froschauer, Österreichs oberste Werberin. Stein des Anstoßes ist das Bundesvergabegesetzes. Das sei laut Branchvertreter nicht für die Vergabe von Kommunikationsaufgaben gemacht und daher ungeeignet.

Demner, Merlicek & Bergmann-Chef Mariusz Jan Demner betont: "Es gibt in der Branche großes Klagen über nicht nachvollziehbare, oft auch unverständliche Ausschreibungen." So sei es gerade in einer Zeit, in der die Werbe- und PR-Branche plötzlich im Mittelpunkt handfester Skandale steht wichtig, Eigeninitiative zu ergreifen. "Wir können und müssen darauf drängen, dass die Vergaben von Kreativaufträgen im öffentlichen Bereich in jeder Phase formal und inhaltlich den Aufgabenstellungen gerecht werden, dass sie transparent und einwandfrei nachvollziehbar sind."

Zusätzlich werden folgende häufig vorkommende Ausschreibungspraktiken kritisiert:

  • Unklare Aufgabendefinition: Viele Ausschreibungen enthalten keinerlei Informationen über den geplanten Umfang der Tätigkeit oder den geplanten Etat.
  • Zu hohe Eintrittsschwelle: Mit zu hohen "Nachweisen über finanzielle und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit" wird die Auswahl unnötig auf einen sehr kleinen potentiellen Bieterkreis beschränkt. Viele kreative Anbieter sind somit von vornherein ausgeschlossen.
  • Behinderung bei Arbeitsgemeinschaften: Für Subunternehmer, die einen Teil der Leistung erbringen sollen, sind alle Nachweise wie für den Auftragnehmer zu erbringen. Die in der klein strukturierten Agenturlandschaft Österreichs viel geübte Praxis von Projektkooperationen wird dadurch erheblich erschwert.
  • Zu selektive Anerkennung von Projektreferenzen: Häufig werden nur Referenzen anerkannt, die in "diesen Merkmalen mit dem gegenständlichen Projekt vergleichbar" sind. Für interessierte Agenturen bedeutet dies: "Stochern im Trüben".
  • Knappe Fristen: Die für einen Zwei- oder Drei-Jahres-Etat knappen Fristen sind in Kombination mit vagen Angaben über Kommunikationsaufgaben und -ziele nicht dazu angetan, eine optimale Voraussetzung für eine gute Agenturentscheidung zu schaffen.

Darüber hinaus sollten auf keinen Fall Ausschreibungen von Branchenunerfahrenen durchgeführt werden. Kreativität könne nicht allein mit juristischem Sachverstand begründet werden. Genauso wenig zähle es zum Kerngeschäft von Werbeagenturen, Rechtsvertretungen vor Gericht zu übernehmen. Die Kreativbranche fordert, dass alle Aufträge für öffentliche Kampagnen fair und transparent ausgeschrieben werden. Denn ohne professionelle und marktkonforme Ausschreibungen sei auch die Chance gering, den für die jeweilige Kommunikationsaufgabe am besten geeigneten Partner zu finden.

Rückfragen:
Wirtschaftskammer Österreich
Fachverband Werbung & Marktkommunikation
Mag. Markus Deutsch
T
0590900-3539
E werbung@wko.at


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