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Vergabepraxis: Reform längst überfällig!

19. Aug 2010
Vergabepraxis: Reform längst überfällig!

"Eine Reform des Vergaberechts und der Vergabepraxis ist überfällig", fordert Fachverbandsobfrau Angelika Sery-Froschauer. So sei der Unmut in der heimischen Werbebranche und bei befreundeten Kommunikationsverbänden derzeit hoch. Anlass zur Kritik gebe es genug in diesem Sommer. "Da werden sowohl Kreativ- als auch Mediadienstleistungen direkt vergeben. Da wird bei einer Ausschreibung für 'Mediaagenturleistungen' als Kriterium der Nachweis eines Mindestumsatzes in schwindelerregender Höhe von 100 Millionen Euro festgesetzt. Und diese Liste ließe sich weiter fortführen", so Sery-Froschauer.

Transparenz und Fairness
Der Fachverband Werbung spricht sich aus Gründen der Transparenz und der Fairness dafür aus, dass alle Aufträge für öffentliche Kampagnen auf jeden Fall fair und transparent ausgeschrieben werden. "Ohne professionelle und marktkonforme Ausschreibungen ist auch die Chance gering, den für die jeweilige Kommunikationsaufgabe am besten geeigneten Partner zu finden. Die Betrauung der Bundesbeschaffung GmbH (BBG) mit der Ausschreibung und Vergabe von öffentlichen Werbe- und PR-Aufträgen für alle Bundesministerien und öffentlichen Stellen kann hier Abhilfe schaffen, um die Vergabepraxis der öffentlichen Hand entscheidend zu verbessern. Das würde auch einen effektiveren Einsatz von Budgetmitteln zur Folge haben", so Sery-Froschauer.

Neuauflage des  "Kodex K" im Oktober
Die österreichische Kommunikationswirtschaft wird mit der Österreichischen Bundesregierung in einen intensiven Dialog treten. Ziel muss die Erstellung einer verbindlichen und fachlichen Richtlinie für die Vergabe öffentlicher Kommunikationsaufträge sein. Neben den notwendigen rechtlichen Änderungen soll in Zusammenarbeit mit der BBG auch ein besseres Verständnis für die Funktionsweise des Kommunikationsmarktes erarbeitet werden. Der Fachverband Werbung hat dazu mit der Herausgabe des "Kodex K", der Ausschreibungs- und Vergaberichtlinien für Marketing, Werbung und Public Relations zusammenfasst, bereits im Jahr 2006 konkrete Hilfestellung für die ausschreibenden Stellen geleistet. "Wir werden im Oktober 2010 den 'Kodex K' aktualisiert und neu aufgelegt herausgeben. Damit wollen wir mithelfen, die Vergabepraxis der Bundesstellen zu verbessern", so Sery-Froschauer.

Einschlägige Qualifikationen
Um eine Effizienzsteigerung beim Einsatz öffentlicher Budgetmittel für öffentliche Image- und PR-Kampagnen zu erreichen, sollte der Personenkreis, der für die Ausschreibungen und Vergaben von Kommunikationsaufträgen der öffentlichen Hand (Werbekampagnen, PR-Kampagnen, Roadshows etc.) verantwortlich ist, einschlägige Qualifikationen für diese Branche aufweisen. Bei öffentlichen Kommunikationsetats sollten daher zusätzlich zur bisher geübten Praxis und zu den derzeit fachlich zuständigen Personen auch Kreative und Vertreter der österreichischen Werbewirtschaft entscheidungsbefugt in den Ausschreibungs- und Vergabeprozess einbezogen werden.

Rückfragen:
Wirtschaftskammer Österreich
Fachverband Werbung und Marktkommunikation
Mag. Markus Deutsch
T
05 90 900-3539
E werbung@wko.at


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