Spielregeln der Zusammenarbeit
Die Agentur muss mehr wissen als unbedingt nötig
Ob „einfacher“ Produktfolder oder österreichweite Kampagne: Die Qualität der Agenturarbeit hängt zu einem großen Teil davon ab, wie ernst beide Seiten die Briefings genommen haben. Wurden Marketing- und Kommunikationsziele vereinbart, ist das Budget festgelegt und weiß die Agentur mehr als sie wissen muss?
Zwischentermine erleichtern die Zusammenarbeit
Bei umfangreichen Konzeptions- und Entwurfsaufgaben ist es sinnvoll, Zwischentermine zu setzen, an denen sich die Kunden ein Bild vom Fortgang der Arbeit machen und allenfalls noch Ergänzungen einbringen können. Auf der anderen Seite tut die Agentur gut daran, ihren Kunden Fristen für die Beistellung von Unterlagen oder Übermittlung allfälliger Korrekturen zu setzen. Letztlich wollen beide Seiten, dass die entscheidenden Liefer-, Versand-, Affichierungs-, Schalt- oder Sendetermine eingehalten werden.
Die Kosten müssen vor dem Auftrag feststehen
In kaufmännischer Hinsicht sollte es möglichst wenige Überraschungen geben. Das heißt für die Partner: Bei allen größeren Aufträgen schriftliche Angebote, bei offenen Positionen unverbindliche Schätzungen und vor der Arbeit den Gesamtkostenrahmen festlegen. Auch Zahlungsmodalitäten (An- und Teilzahlungen, Fristen, Skonti, etc.) sollten zu Beginn vereinbart und eingehalten werden.
Der Kunde gibt ein Gesamtbudget vor
Wer einen Pkw kauft, weiß nicht, wie viel der Autohersteller an den Auspuff- Lieferanten bezahlt und um wie viel dieser sein Blech einkauft. Wer sich entscheidet, bei einer „Full-Service-Agentur“ zu bestellen, sollte schon vor der Ideenfindung ein Kommunikationsbudget vereinbaren, das nicht zu überschreiten ist. Job der Agentur ist es nun, aus diesen Mitteln das Beste zu machen. Angebotslegung und Abrechnung erfolgen ohnedies detailliert.
Der Agentur ein Ziel vorgeben und ihr vertrauen
Unzählige Fachbücher setzen sich mit der Frage auseinander, welche denn die ideale Form der Kreativität sei und welcher Werbestil wohl den meisten Erfolg bringe. In der Praxis fährt man am besten nach dem Grundsatz: Sage der Agentur, wohin du willst und vertraue ihr, dass sie dich dorthin bringt.
Wenn allen Beteiligten von Anfang an klar ist, was eine Kampagne bzw. Maßnahme bewirken soll, fällt die Beurteilung von Ideen leicht.
Den Berater als gleichberechtigten Partner behandeln
Wer seine Agentur als Lieferanten behandelt, der vor allem „dankbar für den Auftrag“ zu sein hat, wird früher oder später von Partnern umgeben sein, die nie widersprechen und Diskussionen vermeiden. Besser sind Respekt und Toleranz von beiden Seiten. Das bewahrt ein Klima der Offenheit.
Dem Werbeprofi nicht ins Handwerk pfuschen
Der legendäre Werbeguru David Ogilvy hat einmal gesagt: „Warum sich einen Hund halten, wenn man lieber selber bellt?“ Gemeint hat er jene Auftraggeber, die nur dann mit einer vorgeschlagenen Lösung zufrieden sind, wenn sie noch selbst am Entwurf Hand anlegen können. Wer seine Partner auf Grund ihrer Kompetenz sorgfältig auswählt, sollte diese Kompetenz nicht in Frage stellen.
Meinungsverschiedenheiten offen ansprechen
Grundlage für jede gute Zusammenarbeit ist beiderseitiges Vertrauen.
Daher sollten Agentur und Kunden voreinander möglichst keine Geheimnisse haben und auch kontroverse Ansichten offen aussprechen.
Mut und Lob sind die beste Motivation
So seltsam es klingen mag: Auch für Werbeleute ist Geld nicht die wichtigste und schon gar nicht die einzige Motivation. Gute Kunden machen aus ihrer Zufriedenheit keinen Hehl und haben den Mut, auch unkonventionelle Lösungen zuzulassen. Das motiviert besser als mancher Millionenetat.
Leben und leben lassen
Manche Auftraggeber fühlen sich von Werbeunternehmen „über den Tisch gezogen“, weil diese ja überall „mitverdienen“. Einfach zum Nachdenken: Wer im Gasthaus isst, klagt auch nicht darüber, dass der Wirt auf den Fleischpreis etwas aufschlägt. Oder aber: Er geht selbst einkaufen und stellt sich daheim an den Herd. Das spart Geld.

