Recht

EuGH zu „Like Button“ auf Websites: Alle Website-Betreiber müssen Datenschutz beachten

08/08/2019

© redkoala Adobe Stock

Der EuGH hat in einem aktuellen Erkenntnis Recht darüber gesprochen, wie „Social Plug-Ins“ (z.B. „Likes“) auf Webseiten behandelt werden müssen und dass dafür datenschutzrechtlich die Zustimmung von Facebook allein nicht ausreichend ist. Der EuGH fordert im konkreten Fall einen deutschen Website-Betreiber auf, User vor der Übermittlung von Nutzerdaten an Facebook durch den „Like Button“ rechtzeitig darüber aufzuklären. Betreiber sind hier gemeinsam mit Facebook für diese Datenverarbeitung verantwortlich. Der Volltext des EuGH-Urteils ist hier abrufbar.

Für die Werbepraxis bedeutet das grundsätzlich nichts Neues, da aufgrund der sehr strengen Rechtsauffassung in Deutschland (und auch in Österreich) üblicherweise bereits schon bisher bei „Social Plug-Ins“ die „Zwei-Klick-Lösung“ implementiert ist. Danach findet der rechtskonforme Datenaustausch erst statt, wenn der Nutzer beim 1. Klicken darauf aufmerksam gemacht wird und beim 2. Klicken entsprechend zugestimmt hat.

Unternehmen, die diese Lösung noch nicht umgesetzt haben, sollten das umgehend veranlassen. Facebook gab zwar in der ersten Pressemeldung zum Urteil die Info heraus, selbst Textbausteine für Kunden anbieten zu wollen. Wann dem nachgekommen wird und ob diese zukünftige Variante dann tatsächlich EU-konform sind, kann derzeit aber noch nicht beurteilt werden.

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