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Hilfsmaßnahmen für die Eventbranche

24/04/2020
Vorschläge, um die Veranstaltungsbranche durch die Krise zu bringen Veranstaltungen sind voraussichtlich noch bis Mitte September untersagt, das Hilfspaket der Regierung konzentriert sich aktuell nur auf einen Betrachtungszeitraum von Mitte März bis Mitte Juni. Zu kurz gedacht für den Ausfall, den die Veranstaltungsbranche mit voller Wucht trifft und deren Folgen sie noch lange nach September spüren werden. Viele stehen in diesem Moment vor der Entscheidung, das Unternehmen aufzulösen bzw. Insolvenz anzumelden oder aber zuzuwarten und weiter Geld zu investieren in der Hoffnung, dass der Tiefpunkt erreicht sei – aber wissend, dass das finanzielle Minus damit jedenfalls größer wird und das Unternehmen dann vielleicht später doch zu schließen sein könnte.

Foto © Erwin Scheriau

Am 21. April zoomten deshalb neun namhafte Eventagenturen, Vertreter der Büros von Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer und Landeshauptmann-Stv. Anton Lang und Vertreter der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation zu einem virtuellen runden Tisch, um bestehende Unklarheiten in den Programmen zu sondieren und in einem Positionspapier zu sammeln. Aktuell wird im Corona-Hilfspaket zu wenig auf die Praxis der Branche eingegangen. Die laufenden Gespräche sollen nun helfen, eine Adaptierung in Gang zu setzen, um das Überleben der Unternehmen in der Eventbranche (aber auch in anderen Bereichen) samt Arbeitsplätze der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu sichern.

Die Vorschläge aus dem Gespräch beinhalten unter anderem:

  • Die Verlängerung der Förderungsmaßnahmen bis zu dem Zeitpunkt, ab dem Veranstaltungen wieder uneingeschränkt und wirtschaftlich sinnvoll möglich sind.
  • Die Ausdehnung des Betrachtungszeitraumes auf das gesamte Geschäftsjahr, nur so ist für den Wirtschaftszweig Veranstaltungen eine sinnvolle Betrachtung möglich.
  • Fixkostenzuschüsse für Aufwendungen, die bereits vor dem Shutdown geplant waren und bei Verschiebung eines Events wiederholt werden müssen. 

Ein erster Schritt in die richtige Richtung wurde in Bezug auf den Umgang mit Eintrittsgeldern bereits erzielt: Auf Bundesebene konnte man sich auf eine "Gutscheinlösung" für abgesagte Veranstaltungen einigen. Das gestern vom Nationalrat beschlossene Kunst-, Kultur- und Sportsicherungsgesetz sieht nämlich die Möglichkeit vor, sich durch die Ausgabe eines Gutscheins vorübergehend von der Rückzahlungspflicht zu befreien. Die nach den Bestimmungen des Sondergesetzes ausgegebenen Gutscheine sind zu einem späteren Zeitpunkt – auch für andere Veranstaltungen des Veranstalters – einlösbar und können auch übertragen werden. Eine Rückerstattung im Falle der Nichteinlösung wird erst 2023 fällig. Die Regelung gilt für Tickets bis zu einem Gegenwert von 70 €. Bei einem höheren Eintrittspreis haben die BesucherInnen zusätzlich zum Gutschein das Recht auf Barerstattung des Differenzbetrags, maximal jedoch 180 €. Nicht von der Sonderregelung erfasst sind Veranstaltungen und Einrichtungen der öffentlichen Hand, so etwa große Opern- und Theaterhäuser. Zusätzlich wurde die Bundesregierung aufgefordert, weitere Maßnahmen für Veranstalter zur Abfederung der wirtschaftlichen Härtefälle als Folge gehäufter Rückzahlungspflichten nach Absage zu prüfen.
„Dies ist ein erster Schritt in die richtige Richtung“ so Obmann Thomas Zenz „jetzt müssen nur noch die restlichen Forderungen und Argumente, die in die laufenden Verhandlungen sowohl auf Bundes- als auch Landesebene eingeflossen sind, umgesetzt werden.“

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