Fachgruppe

Interessenpolitik statt politische Spielchen

23/11/2020

© Foto Fischer

Andrea Pavlovec-Meixner ist die steirische Stimme im Fachverband Werbung. Ihr liegen vor allem die Bewusstseinsbildung für den Wert von Kreativdienstleistungen, die Einführung einer Werbezuwachsprämie und die Verbesserung der Ausbildung künftiger Mitarbeiter auf dem Herzen. Was noch, das hat Sie im Interview verraten.

Als stellvertretende Fachverbandsobfrau, was sind Ihre Ziele in der kommenden Funktionsperiode?
In der Arbeit im Fachverband stehen die fachlichen Interessen unserer 32.000 Mitglieder in ganz Österreich im Mittelpunkt. Einerseits versteht sich der Fachverband als Service-Unternehmen, andererseits als interessenspolitische Vertretung aller österreichischen Kommunikations-DienstleisterInnen. So sind wir sowohl auf nationaler als auch auf EU-Ebene aktiv, um die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Kommunikationsbranche bestmöglich mitzugestalten. Aktuelle Themen sind eine globale Digitalsteuer, die dann die Werbeabgabe in Österreich ersetzen und unsere Unternehmen damit entlasten soll, die ePrivacy-Richtlinie und EU-Richtlinie für audiovisuelle Mediendienste. Mir persönlich liegen die Bewusstseinsbildung für den Wert von Kreativdienstleistungen, die Einführung einer Werbezuwachsprämie und die Verbesserung der Ausbildung künftiger MitarbeiterInnen, z.B. durch MBAs und HTL-Lehrgänge speziell für die Kreativwirtschaft besonders am Herzen. Als Mitglied des Werberats und des Beirats des PR-Ethik-Rats weiß ich, dass die Weiterentwicklung der Selbstregulierung nach ethischen Gesichtspunkten und der Dialog mit Unternehmen mehr bringen kann als Werbeverbote.

Bespielung eigener Social-Media-Kanäle statt Präsenz in den klassischen Medien: In welche Richtung entwickelt sich die PR?
Die Bedeutung von Social Media wächst, gerade für Jüngere wird Social Media als Nachrichtenquelle immer wichtiger, sie sind fast nur mehr digital erreichbar. Andererseits vertraut eine Mehrheit der Menschen klassischen Medien mehr, schließlich wird von JournalistInnen recherchierten und aufbereiteten Nachrichten mehr Glaubwürdigkeit zugemessen. Wie in jeder erfolgreichen PR-Arbeit stellt ein wohlüberlegtes Konzept mit klar definierten Zielen, Dialoggruppen und Maßnahmen die Basis dar. Es gilt immer mehr Kanäle zu bespielen, aber ich bin davon überzeugt, dass klassische Medien auch in Zukunft eine wichtige Rolle im Portfolio spielen werden.

Woran leiden EPUs aktuell am meisten?
Die durch Corona ausgelöste Wirtschaftskrise trifft viele EPUs hart, besonders schwer hat es aufgrund mangelnder Aufträge und Planungssicherheit gerade die Event-Branche. Natürlich gibt es auch branchenabhängig EPUs, die sehr gut durch die Krise kommen, z.B. all jene, die Auftraggeber aus dem medizinischen Bereich haben. Viele EPUs arbeiten gemeinsam an Projekten, da fehlt derzeit die Möglichkeit zur gemeinsamen kreativen Arbeit, online stelle ich mir das schwieriger vor. Ich hoffe sehr, dass alle in Schwierigkeiten geratenen EPUs die notwendigen Unterstützungen bekommen können und wir diese Krise bald überwunden haben werden!

Wie kann der Fachverband in der aktuellen Situation EPUs helfen?
Das neu gewählte Präsidium des Fachverbands wurde einstimmig gewählt. Das sehe ich als sehr gute Voraussetzung für eine Zusammenarbeit für alle unsere Mitglieder über alle Parteigrenzen hinweg. Im Zentrum steht für mich die Interessenspolitik und nicht politische Spielchen. In Richtung der türkis-grünen Bundesregierung erleichtert die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaftsbund und Grüner Wirtschaft die Interessensvertretung gerade sehr, wir bemühen uns über unsere jeweiligen Kanäle die Situation und Anliegen unserer Mitglieder bestmöglich darzustellen und günstige Rahmenbedingungen für ihre Arbeit zu erreichen.
Im Zusammenhang mit der Situation rund um Corona bemühen sich die WKO-MitarbeiterInnen und auch wir als FunktionärInnen schnellstmöglich aktuelle Informationen zu Verordnungen und Unterstützungsmaßnahmen zur Verfügung zu stellen und auch Hilfestellung anzubieten. Über die Grüne Wirtschaft bieten wir – wie sicher auch andere Parteien -  immer wieder online Sit Ins an, wo wir über die aktuellen Unterstützungsmaßnahmen informieren. Ich bitte unsere Branchenmitglieder nicht zu zögern und bei Fragen entweder den Fachverband direkt oder unser Team der Fachgruppe Werbung & Marktkommunikation in der Wirtschaftskammer Steiermark gleich zu kontaktieren – die WKO-MitarbeiterInnen sind jederzeit gerne behilflich.

Vorherige | Nächste Seite › ›