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Kreativer Nahversorger

03/08/2020

© Michael Schaffer-Warga

20 Jahre sind eine lange Zeit – was hat sich seit der Gründung verändert?

Ich habe im Jahr 2000 gegründet, zu Hause im Kellerbüro. Meine Wunschvorstellung war immer: 2 Mitarbeiter und ein Standort an einer stark befahrenen Straße im Ort, also in Kapfenberg, und am besten in einer aufgelassenen Tankstelle. Und dort sind wir jetzt auch, seit mittlerweile 16 Jahren. Die Branche selbst hat sich natürlich stark verändert, etwa im Digitaldruck, wo es eine starke technische Entwicklung gegeben hat. Und dann kommen natürlich die modernen Medien dazu. Als Werbeagentur kann man darauf nicht verzichten. Es geht um ein Gesamtkonzept im Online-Marketing, das einen strategischen Mix aus Website, Social Media, Google etc. braucht. Es geht darum, sein Unternehmen innovativ am Markt zu präsentieren. Wenn man das richtig versteht und auch umsetzt, ergeben sich viele neue Chancen für das Eigenmarketing.

Wie schwierig ist es, innovativ zu bleiben?

Innovation ist natürlich ein großes Thema! Zum einen weil die Kunden immer mehr fordern, zum anderen bleiben die Mitbewerber auch nicht stehen und die technische Entwicklung schreitet ebenfalls voran. Es geht vor allem darum, alternative, neue Produkte auf den Markt zu bringen.
Der Markt verändert sich rasant, nicht nur durch die Digitalisierung. Die Wettbewerbssituation spitzt sich zu. Gute und geeignete Mitarbeiter zu finden wird für viele Unternehmen immer schwieriger. Automatisierte Prozesse im Betrieb einzuführen, gewinnt immer mehr an Bedeutung, um für die Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben, und auch die Kunden stellen höhere Ansprüche und sind längst nicht mehr so treu wie früher, um nur einige Aspekte zu nennen.

Sie sind in Kapfenberg eine Art kreativer Nahversorger – welche Rolle spielt Regionalität?

Wir arbeiten schwerpunktmäßig in einem Umkreis von 30 Kilometern, wo wir unsere Kunden betreuen. 80 % unserer Kunden sind KMUs aus der Region, wir betreuen aber auch größere Unternehmen aus Industrie und Handel. Dieser begrenzte Radius reicht aus, weil es nicht sinnvoll ist, etwa für eine Beschriftung oder kleinere werbetechnische Dienstleistungen zwei Stunden oder mehr anzureisen. Das heißt umgekehrt auch, dass wir regionale Lieferanten bevorzugen und Regionalität generell als sehr wertvolles Thema sehen.

Corona … Fluch oder Chance?

Für mich Chance! Natürlich war das Telefon in den letzten Wochen etwas ruhiger, aber ich habe einfach weitergemacht, was gut funktioniert hat. Jetzt läuft alles wieder an, die Auftragslage wird zunehmend besser und die Kunden trauen sich wieder, mehr in ihr Unternehmen zu investieren
Denn eines ist klar: Die Werbung ist das Erste, wo in der Krise gespart wird. Aber die Alternative zu Wehklagen und Aussitzen heißt Marketing. Und das ist machbar, genau wie der Erfolg. Für jedes Unternehmen, egal welcher Größe.

Wie sieht die (Werbe-)Welt in 20 Jahren aus?

Schwer zu sagen. Ich kann da nur aus einer persönlichen Perspektive antworten. Die Frage, die sich für mich dabei stellt, ist: Was kann ich tun, um mein Wissen und mein Know-how für andere nutzbar zu machen? Wie kann ich meine Erfahrung und mein Wissen an junge Menschen weitergeben?
Dafür braucht es junge Leute, die bereit sind, das auch anzunehmen. Die Zusammenarbeit auf Augenhöhe zwischen Jüngeren und Älteren ist sehr wichtig, weil sich beide Teile sehr gut ergänzen können. Wenn sich das Know-how, das Netzwerk und die Erfahrung der Älteren mit dem Produktwissen und den neuen Ideen der jungen Leute verbindet, dann hat die Zukunft des Unternehmens einen fruchtbaren Boden mit einem starken Fundament.

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