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Kreativwirtschaftsgeschichte 2019

08/08/2019

© BillionPhotos.com, Adobe Stock

Mit dem Wettbewerb "Die beste Kreativwirtschaftsgeschichte 2019" hat die Kreativwirtschaft Austria auch dieses Jahr wieder die beste Geschichte gesucht, die Kreativschaffende gemeinsam mit ihren Kunden aus der Wirtschaft geschrieben und so Mehrwert geschaffen haben.

Gewonnen haben der Juwelier Schullin und die Agentur wild mit „My Diamond Ring“ – einem innovativen Onlineshop für Diamant-Ringe.

Von der Jury lobend erwähnt und unter die TOP 10 gereiht wurde „Das Studentennest“ – Eine Erfolgsgeschichte des Grazer Bauunternehmens Fertig & Massiv Bau GmbH und Katrin Jamnig, Inhaberin der Content Management Agentur klrtxt und der Designerin Elisabeth Winter.

Wir-Gefühl im Studentennest

„Ein Folder, bitte.“ Der Anfang war klassisch. Gefragt war ein Flyer für StiWo, neue Studentenwohnungen im Stiftingtal am Grazer Stadtrand. Irgendwann gab es auch einen Folder. Aber zuvor überarbeiteten zwei Kreativunternehmerinnen und die Fertig & Massiv Bau GmbH gemeinsam das Konzept vom Studentennest und schufen einen Campus im Grünen –  ganz nach dem Geschmack von Studierenden.

Wie bringt man Studierende in eine Wohnanlage, die weit weg vom Zentrum, von Hörsälen und Uni-Lokalen liegt? Katrin Jamnig, Inhaberin der Content Management Agentur klrtxt, erkannte beim ersten Gespräch mit ihrer künftigen Auftraggeberin, dass das Projekt mehr brauchte als einen Folder. Sie schlug vor, zunächst Inhalte, Wording, Bildsprache und Kommunikationskanäle neu zu definieren, damit die Botschaft im zweiten Schritt bei der jungen Zielgruppe und deren Eltern ankommen konnte. Claudia Loidl, Geschäftsführerin der Fertig & Massiv Bau GmbH, ließ der Kommunikationsexpertin freie Hand. „Unsere Bereiche liegen in der Geschäftsführung, in der Planung und im Bau und nicht im Marketing. Genau dieses Know-how haben Katrin Jamnig und ihr Netzwerk eingebracht“, beschreibt Loidl einen wesentlichen Vorteil der Kooperation aus ihrer Sicht.

Alpha & Aphrodite
Gemeinsam mit der Designerin Elisabeth Winter sah sich die Kommunikationsexpertin Baustelle und Pläne aus der Nähe an. „Vor Ort wirkten die fünf Gebäude auf uns wie ein amerikanischer Campus“, erzählt sie. „So entstand die Idee, die vier Baukörper Alpha, Delta, Kappa und Omega zu benennen“. Nummer fünf, das Partyhaus, heißt Beta. Auch die Namen der 22 Wohneinheiten sind benutzerfreundlich konzipiert und nehmen den jeweiligen Anfangsbuchstaben auf. Also Wohnung Aphrodite im Haus Alpha. Und schließlich fand sich auch ein Name für das gesamte Ensemble, der allen Beteiligten stimmig schien: Studentennest.

Geschichten aus dem Studentenleben
 „Mir war es wichtig, eine Bilderwelt aufzubauen“, erinnert sich Jamnig, Absolventin des Lehrgangs für Visuelle Kommunikation und Bildmanagement an der FH Joanneum. Beim Fotoshooting für Folder und Website lag ihr daher daran, Geschichten aus dem Studentenleben zu erzählen – vom Lernen in der Hängematte, Musikhören im Grünen, gemeinsamen Lagerfeuer. Mit Szenen wie diesen und sympathisch klingenden Textbausteinen wuchs Schritt für Schritt das Image eines attraktiven Zuhauses für Millennials. Zur Eröffnung wurden die Jungen zum „Nestfest“ eingeladen, im Herbst zu Sturm und Maroni. Ein Facebook-Gewinnspiel erwies sich als gelungene Promotion, weil die späteren Gewinner selbst aktiv Likes sammelten, um ein Jahr kostenlos im Studentennest zu wohnen. Und durch eine Google AdWords-Kampagne füllte sich das Nest rasch mit Jungvögeln.

Immer wieder waren Jamnig und Winter vor Ort, um sich ein Bild vom Leben im Studentennest zu machen, um zu erfahren, welche Wohnungen beliebt sind, welche Angebote am öftesten genutzt werden, und um die Strategie ständig nachzubessern.

Fortsetzung folgt
Der Erfolg des Projekts zeigt sich an der Nachfrage. „Zurzeit sind wir ausgebucht“, sagt Jamnig und man merkt, dass da tatsächlich ein Wir-Gefühl zwischen den Geschäftspartnerinnen entstanden ist. Die Kreative beschreibt es als „persönliches Anliegen, dass sie und Elisabeth Winter sich voll und ganz einbringen konnten.“ Claudia Loidl wiederum profitierte vom Engagement des kleinen und flexiblen Teams und den kurzen Kommunikationswegen und hatte freie Ressourcen für ihr Alltagsgeschäft.

Mittlerweile gibt es bereits ein zweites Kooperationsprojekt: „Wir haben nie beraten, ob wir es zusammen machen, das war klar.“

Fotos vom Studentennest: © Studentennest/ONLOPH
https://www.dropbox.com/sh/adl1u0bn529drdr/AAATkGbDJHZtcJk8zpiVIX8aa?dl=0

 

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