Fachgruppe
Werbung

Interview mit Patrick Haas

23/04/2020
#stayhappystayhealthy - die Kampagne mit dem Smile. Seit Anfang April sind sie in ganz Graz zu sehen: die zuversichtlichen Botschaften von En Garde. Unter dem Motto #stayhappystayhealthy wollte Geschäftsführer Patrick Haas einen Beitrag leisten und den “Menschen das zurückgeben, was sie jetzt am meisten brauchen: ihre Lebensfreude. Denn Werbung kann nicht gegen Corona helfen. Aber gegen Angst." Wir haben mit dem Kreativdirektor über den Anstoß zu der außergewöhnlichen Kampagne gesprochen und über die Wichtigkeit, gerade jetzt den Kopf nicht in den Sand zu stecken.

“Wer interessante Dinge tut, dem werden interessante Dinge passieren.” 

Was ist in der aktuellen Situation die Aufgabe der Kreativwirtschaft?

Zuallererst sind verständlicherweise alle in eine Schockstarre verfallen, man musste sich neu ordnen. Ich war frustriert, weil ich gerne helfen wollte. Weil wir aber keine Ärzte oder Ärztinnen sind, mussten wir uns auf das besinnen, was wir in der Werbung am besten können: Wir können die Wirtschaft retten. Ob via Krisenkommunikation, PR oder innovative Ideen für Businessmodelle – da gibt es unzählige Möglichkeiten für Kreative, nun Hilfe anzubieten. Aus so einem Gedanken ist unsere Corona-Kampagne entstanden. Wir können keine Masken nähen, aber wir können helfen, bei den Menschen ein zuversichtliches Mindset zu schaffen. Und über eine angstfreie Mentalität wollen wir die Menschen motivieren, auch jetzt ihr Potenzial voll auszunutzen und den Funken der Begeisterung weiter überspringen zu lassen. Und das hilft wiederum nicht nur der Wirtschaft – sondern uns allen. 

Wie organisiert ihr euch aktuell im Team, um so schnell mit neuen Ideen reagieren zu können? 

Ich habe beobachtet, dass die Kreativarbeit sehr schnell eine Start-up-Mentalität angenommen hat. Die Krise hat uns gelehrt, dass man von Tag zu Tag, von Minute zu Minute präsent sein muss und dementsprechend schnell auf Dinge reagieren muss. Wir sitzen nun zwar nicht in unseren Garagen, sondern am Küchentisch oder am Sofa im Wohnzimmer, müssen aber blitzschnell Informationen verarbeiten, auf neue Situationen reagieren, hinterfragen und Ideen adaptieren. Ich sehe die Krise beinahe als so etwas wie einen Brandbeschleuniger. Wenn sich vorher die Menschen gegen Zoom oder Hangout gesträubt haben, ist es plötzlich kein Problem, einfach weil es gar nicht anders möglich ist – und es funktioniert! 

Anders als in den sozialen Medien wahrgenommen, gibt es also im Agenturleben nicht so etwas wie Stillstand?

Natürlich gab es einen Moment des Stillstandes. Das war aber auch der Moment, in dem wir uns gefragt haben, wie wir helfen können und die Corona-Kampagne als Non-Profit-Aktion gestartet haben. Der schlaue Satz “Wer interessante Dinge tut, dem werden interessante Dinge passieren” hat sich für uns bewahrheitet und wir konnten bereits das Interesse neuer Kunden auf uns ziehen. Damit einhergehend wachen auch andere Kunden wieder auf, sie werden mutiger und möchten weiter kommunizieren. Es bewegt sich also wieder etwas.   

Als Geschäftsführer hast du die Verantwortung in dieser Zeit nicht nur dich selbst sondern auch dein Team immer zu motivieren – was ist dein persönliches Rezept?

Unser Credo bei En Garde ist “Klarheit statt Harmonie”. Das heißt, wir kommunizieren ganz offen – jetzt mehr denn je! Wir treffen uns jeden Morgen zum Online-Meeting und sprechen genau das an: Wie ist die aktuelle Lage, ist unser Weg noch der richtige und woran müssen wir schrauben, um das beste Outcome zu generieren – sowohl für jetzt als auch für danach. 

Fotos © En Garde

Vorherige | Nächste Seite › ›