Fachgruppe 

Pla­nungs­si­cher­heit für Veranstalter

25/09/2020

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Regie­rung prä­sen­tiert Schutz­schirm mit 300 Mil­lio­nen Euro für die Ver­an­stal­tungs­bran­che, der als eine Art Ver­si­che­rung dienen soll, wenn Events aus­fal­len. Vor­aus­set­zung: Ver­an­stal­tun­gen müssen Corona-Maß­nah­men ent­spre­chen. Fach­grup­pen­ob­mann Thomas Zenz: „Ein wich­ti­ger und guter Schritt in Rich­tung Plan­bar­keit. Der Wer­muts­trop­fen ist, dass der Schutz­schirm erst jetzt kommt.“

„Das Virus ist gesel­lig“, sagt Vize­kanz­ler Werner Kogler und weist auf die stei­gen­den Infek­ti­ons­zah­len hin. Eine Branche, die dar­un­ter seit Monaten beson­ders leidet, ist die Ver­an­stal­tungs­bran­che mit der gesam­ten dazu­ge­hö­ri­gen Wert­schöp­fungs­ket­te. Die Bun­des­re­gie­rung spannt der Branche jetzt einen Schutz­schirm im Ausmaß von 300 Mil­lio­nen Euro auf. Dieser solle Pla­nungs­si­cher­heit für die Zukunft geben, so Kogler. Werden Ver­an­stal­tun­gen coro­nabe­dingt abge­sagt, sollen nicht stor­nier­ba­re Aus­ga­ben — wie die Miete für Hallen, Saal­tech­nik oder Per­so­nal­kos­ten — ersetzt werden. Bei Ein­schrän­kun­gen für Ver­an­stal­tun­gen, z. B. auf­grund redu­zier­ter Gäs­te­zahl, sollen auch diese Kosten ersetzt werden.

Auf­trag­ge­ber motivieren
„Die Ankün­di­gun­gen um den Schutz­schirm klingen sehr gut, es sind viele Dinge ent­hal­ten, die wir seit Früh­jahr mit der Regie­rung ver­han­deln. Ein Wer­muts­trop­fen ist, dass der Schirm erst nach einem Absa­ger­ei­gen auf­ge­spannt wird“, sagt Fach­grup­pen­ob­mann Thomas Zenz. „Es ist der Branche bereits ein enormer Schaden ent­stan­den.“ Denn die For­de­run­gen der Branche nach Pla­nungs­si­cher­heit liegen bereits seit April auf dem Tisch. Jetzt sei es wichtig, so Zenz, dass auch die Auf­trag­ge­ber damit moti­viert werden, Ver­an­stal­tun­gen für die Zukunft zu planen.

Pla­nungs­si­cher­heit bieten
Aber worum geht es konkret bei diesem Schutz­schirm, der wohl­ge­merkt im Natio­nal­rat noch in ein Gesetz gegos­sen werden muss. In erster Linie, betont die Regie­rung, soll der Schutz­schirm Pla­nungs­si­cher­heit bieten. Denn die Wich­tig­keit von Ver­an­stal­tun­gen ist unbe­strit­ten. So fanden im Jahr 2019 noch 25.000 Kon­gres­se mit 1,8 Mil­lio­nen Teil­neh­mern statt. Die gesamte Ver­an­stal­tungs­bran­che trug laut einer IHS-Studie 9 Mil­li­ar­den zur Wert­schöp­fung in Öster­reich bei und rund 144.000 Arbeits­plät­ze seien damit direkt betroffen.

Corona-Prä­ven­ti­ons­kon­zep­te und ‑Schutz­maß­nah­men
Laut Staats­se­kre­tä­rin Andrea Mayer seien Ver­an­stal­ter nicht in der Lage, das Risiko einer Planung auf sich zu nehmen. Das soll sich mit dem Schutz­schirm ändern. Wichtig sei es, dass die künf­ti­gen Events den Corona-Schutz­maß­nah­men ent­spre­chen und ein Corona-Prä­ven­ti­ons­kon­zept auf­wei­sen. Man könne jetzt zum Bei­spiel kein Konzert mit 50.000 Besu­chern für das nächste Jahr planen und bei Absage auf eine Ver­gü­tung hoffen. Der Schutz­schirm sei für alle Arten von Events – vom kleinen Konzert über Kaba­rett bis hin zu Messen oder Kon­gres­sen – gedacht. Die Bean­tra­gung einer Haftung einer Ver­an­stal­tung soll noch im Novem­ber möglich sein. Die Abwick­lung über­nimmt die Öster­rei­chi­sche Hotel- und Tourismusbank.

Tipp: Ver­an­stal­tun­gen und Messen: Leit­li­ni­en für einen siche­ren Umgang miteinander

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